On se Way to the Mongolei: 0km – 486km

Was für ein fulminanter Start!

Kilometer 0

In Hettiswil haben wir zusammen mit Familie und Freunden den Start der Mongol Ralf gefeiert. (Memo an mich: Autokorrektur noch ausschalten…)

Bei einem üppigen Brunch haben wir uns über die bevorstehende Reise ausgetauscht. Dabei war nicht ganz klar, wer nervöser ist: Die, die gehen oder die, die dableiben? Als auch noch unsere französisch sprechende Kollegen (Team Dust’n’Roses und El Chaço) dazukamen, war die Party komplett. Wir posierten wie routinierte V.I.P’s vor unseren Rostbeulen, während uns dutzende Kameras ablichteten. Viele liebe Ratschläge, Geschenke und dicke Umarmungen später setzten wir uns dann schliesslich in das Doblo- und das Panda-Baby und düsten elegant und unter Beifall davon. An dieses Leben im Scheinwerferlicht könnten wir uns gut gewöhnen.

Aber im Ernst: Herzlichen Dank allen, die vorbeigekommen sind, etwas ans Buffet beigesteuert haben oder diesen Abschiedsbrunch einfach durch ihren Besuch zu einem sehr schönen und rührenden Erlebnis gemacht haben! Und ein riesengrosses MERCI an alle, die bei der Vorbereitung des traumhaften Brunchs geholfen haben und nun vermutlich mit Aufräumarbeiten beschäftigt sind.

Ab jetzt könnt ihr uns hier live verfolgen

Unsere genauen Positionsdaten werden alle zehn Minuten aktualisiert.

Hier findet ihr den Link der offiziellen Organisatoren The Adventurists

Möglicherweise schalten diese in den nächsten Tagen ein Video zum Startfest in Prag hoch.

Kilometer 100

Wir sind anderthalb Stunden unterwegs. Im Doblo schwitzen sitzen Mätteli, Fistle, Fäbu, Meret und Moris. Mätteli hält Händchen mit Fabians Fuss. Wir fragen uns: „Äh, warum noch einmal machen wir diese Rally?“

Füsschen halten
Scheint eine beruhigende Wirkung zu haben, gell Mätteli?

Funkspruch von Momo, der mit Destiny und Kevin im Panda fährt: „Joyce fällt fast der Kopf ab.“

Wir halten an der nächsten Autobahnraststätte, Fabian klettert auf das Dach des Doblos, wo Joyce liegt, und repariert ihren Kopf.

Bevor jetzt irgendwer die Joyce-Schutzbehörde kontaktiert: Jöshu geht es unseres Wissens gut. Wir haben aber ihr Ebenbild in Form einer Pappfigur auf den Doblo gepackt. So haben wir sie immer bei uns, obwohl sie erst in drei Wochen zu uns stossen wird. Ja. Schön.

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Bandage für Joyce

Kilometer 130

Wir halten alle die Luft an; für fünf, zehn, fünfzehn Sekunden. Dann haben wir die Grenze nach Deutschland passiert.

Gottseidank (oder Tipps-von-unseren-Verwandten-sei-dank) haben wir eine grüne Grenze gefunden. So mussten wir keinen Grenzbeamten den lustigen Zustand unserer Autos erläutern. SCHLAAAAAND, here we come!

Kilometer 258

Irgendwo auf einer deutschen Autobahn fällt uns plötzlich auf, dass wir eher Richtung Stuttgart als wie geplant Richtung München fahren. Eh ja, Stuttgart ist auch gut und München sowieso überbewertet – oder so. Hauptsache Norden. (Wir üben uns in Flexibilität, die wir auf der Mongol Ralf – Mann, Autocorrect, hesches mau?! – gut brauchen können.)

Die nächste Raststätte ist nicht weit. Wir essen Znacht bevor jemand hangry wird. Wir sind stolz auf uns. Fabian erklärt dem Team Panda väterlich, dass wir München nie erreichen werden. Sie tragen es mit Fassung (nice Dad-Vibes Fäbu btw).

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Mätteli macht Buchhaltung. Ordnung muss sein. Wir mögen ihn.

Irgendwo zwischen Stuttgart und Nürnberg wird voraussichtlich unser Nachtlager aufgestellt. So hoffen wir zumindest.

Kilometer 451

Deutscher geht nicht: Wir übernachten nahe Stuttgart auf einem Hügel unter mächtigen Nussbäumen, östlich von uns ein Kohl-, westlich ein Gurkenfeld.

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Links Kohl, rechts Gurken. Das muss Deutschland sein.

Während wir die Zelte aufstellen, geht die Sonne blutrot unter. Camping-Romantik pur.

Sonnenuntergang Gurkenfeld
Sonne über Gurken. Öl auf Leinwand.

Mangels sanitärer Anlagen „duschen“ wir mit Baby-Feuchttüchern. Mhh, aber solange man selbst stinkt, riecht man wenigstens die anderen nicht.

Das Geräusch einer monstermässig grossen landwirtschaftlichen Maschine auf dem Gurkenfeld, Merets Husten, Kevins Lache und das Gekeife von Füchsen wiegen uns in den Schlaf.

Am nächsten Morgen, pünktlich zum Sonnenaufgang, stehen Mätteli und Momo auf und machen Kaffee. Fabian (ja, der, der sonst morgens mindestens zwei Stunden Anlaufzeit braucht, bevor er aus dem Bett kommt), quält sich ebenfalls auf, setzt sich mit zerknittertem Gesicht zu den beiden munteren Gesellen und wartet auf seine Koffein-Dosis.

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Morgeneuphorie mit Joyce

Nach und nach kriechen auch die anderen Gruppenmitglieder aus den Zelten.

Ganz nebenbei erzählt Momo etwas Unglaubliches: Das war das erste Mal überhaupt, dass er campiert hat! #whitepeoplestuff

Kilometer 486

Wir sind unterwegs Richtung Prag. Mätteli hat gerade realisiert, dass wir wegen dem Fehlen eines effizienten Zeitmanagements die Rede des turkmenischen Botschafters auf dem Festgelände in Prag verpassen werden. Aufgrund von Platzmangel im Auto muss er nun statt der üblichen Embryonalstellung eine abgewandelte Pose einnehmen, „um sein Füdiloch durchzulüften“ (O-Ton Maurice) :).

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Mättelis „innerer Frieden-Pose“

(Die anderen sind nicht gleich unglücklich darüber wie Mätteli, haben die meisten doch nicht mal die Mail mit der Ankündigung der Rede gelesen. „Ah, es ist eine Mail gekommen?“, fragt Destiny.)

Bald darauf erreichen wir einen Wald in der Nähe von Prag, wo das Startfest der Mongol Rally stattfindet. In der Idylle des Waldes haben die Organisatoren The Adventurists mit viel Liebe zum Detail eine postapokalpytische Welt inszeniert. Wir wähnen uns in einem düsteren Videogame, als wir mit unseren Fiats auf das Festgelände fahren. Das Steampunk-Flair zieht sich durch das ganze Gebiet – von kleinen, überall verteilten gruseligen Puppen, über Nachtclubs in leicht abgefuckten alten Militärbunkern bis hin zu den Staff-Mitarbeitenden, die mit abgewetzter Kleidung und Gasmasken und Wüstenbrillen einem futuristischen Film entsprungen scheinen.

Am besten allerdings gefallen uns die behaglichen Hängematten im Birkenwald, wo wir uns gleich mal reinfläzen.

Hängemattenparty
Gemütlichkeit im Partytrubel.

Danach darf natürlich ein Rundgang nicht fehlen, bei dem wir die kreativen Aufmachungen der Autos der anderen Teams bestaunen. Manche der insgesamt 335 Teams haben sich wirklich nicht lumpen lassen, chapeau! Ein Team zum Beispiel hat selbst ein Auto zusammengebaut, ein anderes hat ihren Wagen über und über mit originellen Bildern eines Hundes beklebt und unsere absoluten Favoriten wollen einen riesigen ausgemusterten doppelstöckigen Bus in die Mongolei fahren.

Wer es sich hingegen zu behaglich macht, wird vom Mongol-Rally-Mobbing-Kommando sofort aufgestöbert: Autos, die zu neu, zu gross und zu funktionstüchtig sind, werden mit einem Kleber verschandelt, auf dem tadelnd „Shame“ steht.

 

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Teil der Kulisse am Startfest

Beim Startfest darf natürlich auch (Pappfigur-)Joyce nicht fehlen, siehe Bild unten. Wir werden ständig auf sie angesprochen, selbst von den Organisatoren. Manche sind belustigt, manche regelrecht verliebt – nicht selten müssen wir aufpassen, dass keiner unsere Joyce entführt. Was man auf dem Bild des Eröffnungsfest-Spektakels auch sieht, sind die typischen Teilnehmenden der Mongol Rally: Männlich, meist Aussie oder Engländer, zwischen 18- und 30-jährig.

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Jöschu geniesst die Party

Auf dem Übersichtsplan des Startfests steht gross angekündigt, wo wir Duschen finden können.

Was, wer hat denn mehr als einen Gartenschlauch erwartet? Für die Mongol Rally dürfen wir auch keine zu hohen Hygienestandards erwarten…

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Melini inspiziert die sanitären Anlagen

Das Startfest ist wie ein kleines Gurtenfestival im Wald. Bis sechs Uhr morgens dröhnt die Musik aus den zu Diskos umfunktionierten Bunkern.

Am Mittag müssen aber wieder bereits alle fit sein, denn dann geht die Mongol Rally mit grossem Tam-Tam erst offiziell los.

Wir haben für unseren ganz grossen Auftritt einen Dinosaurer eingefangen (bzw. der arme Momo schwitzte verkleidet auf dem Pocket-Bike auf dem Dach des Pandas).

Stolz und mit viel Gedöns fahren wir los und lassen die Party hinter uns. Die Mongol Rally beginnt!

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uuuuuuuuund los!

 

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